Digitales Land- und ForstwirtschaftsForum

Perspektiven in der Land- und Forstwirtschaft

Das 12. Land- und ForstwirtschaftsForum fand erstmalig in digitaler Form statt. Um so mehr freute sich Vorstandsvorsitzender Richard Riedmaier, ebenso zahlreiche Teilnehmer wie in der Präsenzveranstaltung des Vorjahres begrüßen zu können.

Hauptthema des diesjährigen Forums war der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Landwirtschaft, zu denen Gastredner Dr. Harald Maier Stellung bezog. Wie man mit Innovation und dem Mut zu neuen Wegen dem Klimawandel begegnen kann, zeigten die Herren Emslander senior und junior in Ihrem Vortrag "Erfolgreiche Waldbewirtschaftung trotz Klimaveränderung durch neue Baumarten".

Die Auswirkungen von Corona

Vorstandsvorsitzender Richard Riedmaier

Eingangs seiner Begrüßung bedankte sich Richard Riedmaier bei allen Kunden und Mitgliedern für ihre Treue und das Vertrauen. Leider konnte das 125jährige Jubiläum der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte im vergangenen Jahr aufgrund Corona nicht im geplanten Rahmen gefeiert werden. Die Bank bedankte sich daher im Rahmen einer Jubiläumswoche und einer Jubiläumsspenden-Aktion bei allen Mitgliedern und Kunden.

Wesentlich weitreichender zeigten sich die Auswirkungen von Corona an den Finanzmärkten. Immerhin wurden seit März vergangenen Jahres 6 bis 7 Billionen Dollar zusätzlich in die Märkte gepumpt, um die Zinsen weiter zu drücken und die Regierungen flüssig zu halten. Damit erwies sich Corona als "Turbolader" nicht nur für die Digitalisierung, sondern auch für die Verschuldung der Staaten.

In Deutschland - so Riedmaier - zeigt die Zinsstrukturkurve bei allen Laufzeiten ins Minus. Minuszinsen wohin man schaut. Mit Blick auf den künftigen Wert des Geldes und die Vermögensanlage sprach Riedmaier dahingehend eine klare Empfehlung aus: Erstens die Streuung des Vermögens auf mehrere Anlageklassen sowie zweitens die Gewichtung auf Sach- und Substanzwerte. Dazu gehören erstklassige liquide Sachwerte wie Aktien von sehr guten Unternehmen sowie Gold, Silber und Immobilien. Selbstverständlich sind auch das Risikoprofil, die Risikobereitschaft des Anlegers sowie die persönliche Situation zu berücksichtigen. Dafür stehen die Berater der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.

"Klimawandel - Auswirkungen auf die Landwirtschaft"

Dr. Harald Maier

 

Dr. Harald Maier ist Leiter der Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes in Weihenstephan und berät die agrarmeteorologische Forschung in Bayern und Baden Württemberg.

An der TU München lehrt Dr. Harld Maier in Vorlesungen zum Klimawandel und Landwirtschaft und führt selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Die Auswirkungen des Anstieges der Mitteltemperatur auf unsere Pflanzen

Seit Mitte der 80er Jahre liegen die Temperaturen fast ausschließlich im positiven Bereich. Wir befinden uns in einem neuen Klima. Durch die Erwärmung werden die extremen Werte häufiger und es entstehen neue Extreme. In einem "Klimaschutzszenario" zeigte Dr. Harald Maier die möglichen Entwicklungen des Klimas auf. Sollte sich im Klimaschutz nichts bewegen, würde dies eine Temperaturanstieg von 4 Grad und damit eine große Katastrophe für die Land- und Forstwirtschaft bedeuten. Wenn es aber gelingt, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, würde sich ein Temperaturanstieg von 1,2 Grad und damit eine Erhöhung der Mittelwerte ergeben.

Die Zunahme der Jahresmitteltemperaturen wird vielfältige Auswirkungen zeigen: auf die Pflanzenarten, auf die unterschiedlichen Regionen. Felder können früher bestellt und die Strahlungswärme genutzt werden. Negative Effekte ergeben sich hingegen durch die erhöhte Spätfrostgefahr, einem erhöhten Wasserverbrauch durch die verlängerte Vegetationsperiode sowie einem zunehmenden Schädlingsbefall durch Trockenstress.

Die Herausforderungen der Zukunft

Auch wenn der Klimawandel durch die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens abgefedert werden kann, führt er zu einem höheren Ertrags- und Qualitätsrisiko. Damit sind die landwirtschaftlichen Unternehmer neben ihrer pflanzenbaulichen Kompetenz auch in ihrer unternehmerischen Kompetenz gefordert z. B. was die Versicherung von Gefahren oder die Absicherung von Warentermingeschäften betrifft.

Als indirekter Effekt erweist sich die Etablierung fremder Arten wie z. B. die Ambrosiapflanze, der Maiswurzelbohrer oder neue hitzeresistente Unkräuter, was auch für die Züchter eine Herausforderung darstellt. Ausbildung und Fortbildung der Landwirte wird in Zukunft extrem wichtig, um sich auf neue Bedingungen einzustellen und flexibel zu bleiben.

"Erfolgreiche Waldbewirtschaftung trotz Klimaveränderung durch neue Baumarten"

 

Thomas Emslander senior und Thomas Emslander junior haben ihren seit mehr als 200 Jahre bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb komplett neu ausgerichtet.

Die Produktion von Weihnachtsbäumen sowie von Forstpflanzen bilden in dem niederbayerischen Forstbetrieb ein wesentliches Standbein.  

v. l. Thomas Emslander junior und Thomas Emslander senior

Sich mit neuen Bäumen befassen..

"Um den Herausforderungen des Klimawandels erfolgreich zu begegnen, müssen wir über den Tellerrand schauen und uns mit neuen Bäumen befassen" so Thomas Emslander senior. In seinen Ausführungen beleuchtete er die Vorzüge von Küstentannen, Nordmanntannen, Douglasien, Lärchen und auch dem Mammutbaum. So ist die Küstentanne im Holz zur Fichte gleichwertig und man profitiert zudem von Zweigen, die sehr gut als Schnittgrün zu verwerten sind. Aber auch der Mammutbaum überzeugt mit seinem mächtigen Wachstum und der Holzqualität.

Bäume, die schnell Holz produzieren

Wir brauchen in den nächsten 100 Jahren Baumarten, die relativ schnell Holz produzieren, CO2 binden und Sauerstoff produzieren. Dabei sind die wirtschaftlichen Baumarten die besten in der CO2-Bindung. Die Douglasie hat sich hierbei in ihren verschiedenen Formen als sehr brauchbar erwiesen. Immerhin schafft die Grüne Douglasie in 100 Jahren bis zu 1.700 fm/ha.

Der Umstieg auf neue Baumarten

Unsere Region ist geprägt aus 350 Jahren Fichtenwirtschaft - bringt die Fichte doch doppelt so hohe Erträge wie Laubholz oder Kiefer. Für die wirtschaftliche Leistungsfähgikeit der Forstbetriebe brauchen wir in Zukunft jedoch zuwachsstarke Baumarten mit  hohem Nadelholzanteil.

Wer seinen Fichtenbestand mit 20 Jahren umschneidet und dann beispielsweise Douglasien pflanzt, hat in 40 Jahren einen dopptelten Bestand stehen mit wertvollerem Holz und einer sicheren Baumart.

Ein Hinderungsgrund für Waldbesitzer zum Umstieg auf neue Baumarten ist oftmals die Förderung durch die Bundesregierung. Aktuell werden Laubwälder verstärkt gefördert. Auch hier sind die Emslanders eigene Wege gegangen. Sie verzichteten auf die Förderung und haben ihren Bestand auf neue Baumarten umgestellt.

Helmut Kundinger

Kompetente Agrar-Finanzberatung

"Die Wurzeln der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte gründen sich neben den Gewerbekunden sehr stark in der Landwirtschaft, der in der Betreuung und Beratung eine hohe Bedeutung zukommt" so Helmut Kundinger, Generalbevollmächtigter der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte.

Die Bank betreut derzeit im Individualkundenmarkt 400 große Agrarkunden sowie im Regionalmarkt weitere 2000 Agrarkunden, die ihren Betrieb im Haupt oder Nebenerwerb führen und nimmt eine bedeutende Marktposition ein. Professionelle Bearbeitungsprozesse und Berater mit weitreichender Entscheidungskompetenz sowie qualifizierte und motivierte Mitarbeiter bilden dabei die Komponenten unserer Leistungsstärke. Unsere Kunden aus der Land- und Forstwirtschaft erhalten eine individuelle Betreuung durch die Agrarspezialisten Robert Högl, Michael Schiegl und Georg Bumes.

Investitions- und Zukunftsprogramme Landwirtschaft

Hinweise und Tipps zu den Investitionszuschussprogrammen Landwirtschaft sowie Ausblicke auf hoffentlich gemeinsame Events in 2021 gaben die Agrarspezialisten Robert Högl, Michael Schiegl und Georg Bumes.

Alle Informationen werden Ihnen demnächst hier online unter www.vr-bayernmitte.de/agrar zur Verfügung gestellt und laufend aktualisiert.

Ihre Spezialisten in der Agrar-Finanzberatung